Unsere IT hat die Datenqualität nicht im Griff

Nach der Datenqualität und Informationsqualität gefragt, kommt gelegentlich diese Aussage. Und sie erscheint auf den ersten Blick ganz solide. Die IT kümmert sich schließlich auch darum dass Daten da hinkommen wo sie hinsollen. Dem zu Folge ist sie auch dafür zuständig dass sie in einer ordentlichen Qualität bereitgestellt werden.

So bestechend einfach dieser Satz daherkommt, so komplex ist die Gemengelage in der Praxis häufig. Natürlich ist die IT oder der entsprechende Dienstleister dazu da „die Daten bereitzustellen“. Aber „die IT“ spielt dabei in der Regel den technischen Part; inhaltlich gibt der Datenverwender, meist ein Fachbereich, die nötige Qualität vor. Das macht es nicht einfacher, denn das bedeutet:

  1. Der Fachbereich muss sich um die Formulierung der nötigen Informationsqualität und gegebenenfalls die Organisation entsprechender Datenquellen kümmern (heisst nicht dass er das selbst auch tun muss).
  2. Die IT muss diese qualitativen Anforderungen auch unterstützen können, und zwar sowohl in ihren Fähigkeiten wie auch in der (monetären) Ausstattung.

Datenqualität in den Griff bekommen

Im Idealfall entsteht dieses Szenario nicht in der krassen Form. Ist es jedoch einmal eingetreten, sind die Wege heraus nicht einfach. Aus betrieblicher Sicht gilt es dann, die IT von den fachlichen Aufgaben zu entlasten und zugleich dem Fachbereich zu belasten. Dabei muss der Fachbereich die nötigen Werkzeuge oder Fähigkeiten haben, die Datenqualität zu beobachten, zu beurteilen (das kann er ja häufig wenn er zu dieser Aussage kommt), und zu erhöhen. Und die IT muss dem Fachbereich diese Tätigkeit ermöglichen.

Auch dabei ist eine strukturierte Vorgehensweise äußerst hilfreich. Denn die Aussagen des Fachbereichs zur Datenqualität haben ja einen Grund. So gilt es

  • Die betroffenen Datenelemente zu erfassen, daraus entsteht ein Datenkatalog.
  • Diese Elemente zu priorisieren, damit auch an den wichtigen Daten gearbeitet werden kann.
  • Die Qualitätskriterien für die Datenelemente zu formulieren.
  • Gemeinsam zwischen Fachbereich und IT müssen dann geeignete Orte in der Datenarchitektur, oder auch im Prozess gefunden werden um die Qualität zu beobachten und zu steigern.
  • Schließlich muss festgestellt werden, ob der Fachbereich nun für die nötigen Tätigkeiten in der vorgesehenen Art und Weise spezielle Software benötigt, die ein Beobachten und Eingreifen mit den vorhandenen Kompetenzen ermöglicht.

Diese Tätigkeit kann häufig von kleinen Software-Modulen unterstützt werden, die es dem Fachbereich erlaubt schnell und gezielt zu handeln. Das können zum Beispiel folgende sein:

  • Ein einfacher Bericht auf eine Datenfehlerstatistik. Diese kann gegebenenfalls historisiert erstellt werden um Tendenzen in der Qualität zu erkennen. (Das kann zum Beispiel mit automatisierten Datentests geschehen, siehe Beispielprojekt.)
  • Listenberichte mit unbekannten Werten
  • Werkzeuge zur Bearbeitung von Wertelisten
  • Für einzelne Datenkategorien wie z. B. Adressdaten können Werkzeuge eingekauft oder Dienste in der Cloud genutzt werden.

Berücksichtigt man solche Module schon im Vorfeld, so kann der fachliche Prozess zur Erhaltung und Steigerung von Datenqualität gleich zu Beginn mit entwickelt, und sauber in die Datenarchitektur wie auch die Prozesse eingepasst werden.

Lesen Sie dazu auch: Datenqualität vs a-priori-Qualität, und teilen Sie den Beitrag gerne falls er Ihnen gefallen hat.

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